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Sonntag, 10.12.2006

Themen zu Papst Benedikt XVI. finden sie jetzt auf meinen Internetseiten

Samstag, 09.09.2006

VIVA BENEDIKT

 

Bei strahlendem Sonnenschein und blauem Himmel  
ist Benedikt XVI. heute zu einem sechstägigen Besuch in Bayern eingetroffen.

Woran glaubt der Papst? Einblicke in das theologische Denken Joseph Ratzingers
Nichts verharmlosen, die Wahrheit nicht kleiner machen, die christliche Botschaft nicht an die Welt anpassen, sondern sie tapfer bezeugen, auch wenn es der Welt nicht gefällt: Dieser Anspruch zieht sich wie ein roter Faden durch das Denken des Theologen Joseph Ratzinger, der nun als Benedikt XVI. zum Oberhaupt der katholischen Christenheit geworden ist. Welche Wahrheit ist es, die Joseph Ratzinger bezeugen und schützen möchte? Was ist das Herzstück seiner Theologie? Norbert Reck hat sich im Werk des Theologen umgesehen und hat Freunde und Kritiker Ratzingers befragt. Er traf dabei auf einen Denker von äußerster Konsequenz.

Sonntag, 10. September, 8.00 Uhr, Bayern2Radio

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Samstag, 26.08.2006

BISER UND BENEDIKT

Interview mit EUGEN BISER zum 60jährigen Priesterjubiläum, geführt von Wolfgang Küpper, 

zu hören in BAYERN 5 - B5 Aktuell 

am Sonntag, 27. August, 6.05 Uhr und 20.05 Uhr


Aus der Ankündigung:



"Er ist einer der wenigen großen Theologen und Religionsphilosophen, die das vergangene Jahrhundert so gut wie ganz erlebt haben, mit all seinen Tiefen, Höhen und Wendepunkten. Professor Eugen Biser wurde noch während des Ersten Weltkriegs am 6. Januar 1918 in Oberbergen am Kaiserstuhl geboren. Im Zweiten Weltkrieg schwer verwundet, schloss Biser 1946 sein Theologiestudium ab und wurde im selben Jahr zum Priester geweiht. Anschließend arbeitete er 20 Jahre als Religionslehrer, erst dann begann seine Hochschullaufbahn. Zuletzt war er Inhaber des Guardini-Lehrstuhls an der LMU in München. Anlässlich des 60jährigen Priesterjubiläums habe ich mit Professor Biser über sein Lebenswerk gesprochen. Er hat mir dabei u.a. verraten, dass er derzeit an einer abschließenden Trilogie arbeitet und dass Benedikt XVI. schon jetzt für ihn einer der größten Päpste der Kirchengeschichte ist. Zu tun hat dies mit dessen erster Enzyklika ?Deus caritas est?. Biser erkennt hier Parallelen zu seinem eigenen theologischen Werk."


Aus-gedacht (Eine dürre und eine fette Version)

Ausschnitt von Ron Muecks "Big Man"Nach- und VorausdenkenEugen Biser, der 1918 geborene Religionsphilosoph, eröffnete das Wintersemester am 25.10.2005 an LMU in München mit der Vorstellung seines Konzeptes einer "Neuen Theologie". Sein Vortrag war wie immer lebendig und frisch, wenn er auch körperlich etwas gebrechlich wirkte.Hier seine Kerngedanken mit Anmerkungen ....


29.10.2005 Zum Eintrag

Eugen Biser zur Wahl Benedikts XVI.

In der Süddeutschen Zeitung von heute gibt Eugen Biser ein Interview über die Papstwahl. Hier einige Auszüge:War es eine gute Wahl?Eine ausgezeichnete.Trotz aller Konflikte, die die deutschen Katholiken mit ihm hatten?Die bisherige Tätigkeit war ihm aufgetragen und von ihm nie gesucht - und eine der schwierigsten in der Kirche.Ist man an dieser Stelle automatisch ein Bremser?

22.04.2005 Zum Eintrag

Zeitrhythmen

...ende" 1844 - Neue Pinakothek in München Kurzwiedergabe einiger Gedanken der Vorlesung von Eugen Biser am Mittwoch, den 1.12.2004 in der LMU in München Biser unterscheidet ein zyklisches von einem linearen Geschichtsbild. Die Griechen kannten noch keine Fortschrittsidee. Diese kam erst durch das Judentum, genauer durch die jüdischen Propheten, in die Menschheitsgeschichte.


2.12.2004 Zum Eintrag

Eugen Biser - Vorlesungsmitzeichnungen

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30.11.2004 Zum Eintrag

Das spirituelle Vakuum: Sichtweise des Religionsphilosophen Eugen Biser

... Unter dem Titel "Das spirituelle Vakuum: Die entbehrte Mystik" führt der Religionsphilosoph Eugen Biser in seinem Buch "Glaubensprognose" aus: "Wenn die Anzeichen nicht trügen, steht das Christentum insgesamt im Begriff, sich von seiner moralischen Selbstdarstellung [..] zu verabschieden, um in seine mystische Zukunft einzutreten.

29.11.2004 Zum Eintrag

Montag, 29.05.2006

Regenbogen und finstere Schlucht

 

Während der des Besuches der Gedenkstätte in Auschwitz-Birkenau ist am Himmel ein leuchtender Regenbogen erschienen.

Im Alten Testament war der Regenbogen nach der Sintflut ein Zeichen Gottes an Noah, dass es keine weitere Flut zur Auslöschung der Menschheit mehr geben werde.

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Rede von Papst Benedikt XVI. in Auschwitz am 28. Mai 2006 (Auszüge)"

hier  der gesamte Text in deutscher Sprache .....

An diesem Ort des Grauens, einer Anhäufung von Verbrechen gegen Gott und den Menschen ohne Parallele in der Geschichte, zu sprechen, ist fast unmöglich -ist besonders schwer und bedrückend für einen Christen, einen Papst, der aus Deutschland kommt.

An diesem Ort versagen die Worte, kann eigentlich nur erschüttertes Schweigen stehen. Schweigen, das ein inwendiges Schreien zu Gott ist: Warum hast du geschwiegen? Warum konntest du dies alles dulden? In solchem Schweigen verbeugen wir uns inwendig vor der ungezählten Schar derer, die hier gelitten haben und zu Tode gebracht worden sind; dieses Schweigen wird dann doch zur lauten Bitte um Vergebung und Versöhnung, zu einem Ruf an den lebendigen Gott, dass er solches nie wieder geschehen lasse.  ...

Papst Johannes Paul II. stand hier als Sohn des polnischen Volkes. Ich stehe hier als Sohn des deutschen Volkes, und gerade deshalb muss ich, darf ich wie er sagen: Ich konnte unmöglich nicht hierher kommen. Ich musste kommen. Es war und ist eine Pflicht der Wahrheit, dem Recht derer gegenüber, die gelitten haben, eine Pflicht vor Gott, als Nachfolger von Johannes Paul II. und als Kind des deutschen Volkes hier zu stehen ? als Sohn des Volkes, über das eine Schar von Verbrechern mit lügnerischen Versprechungen, mit der Verheißung der Größe, des Wiedererstehens der Ehre der Nation und ihrer Bedeutung, mit der Verheißung des Wohlergehens und auch mit Terror und Einschüchterung Macht gewonnen hatte, so dass unser Volk zum Instrument ihrer Wut des Zerstörens und des Herrschens gebraucht und missbraucht werden konnte.  ...

Dazu bin ich auch heute hier: die Gnade der Versöhnung zu erbitten ? von Gott zuerst, der allein unsere Herzen auftun und reinigen kann; von den Menschen, die hier gelitten haben und schließlich die Gnade der Versöhnung für alle, die in dieser unserer Stunde der Geschichte auf neue Weise unter der Macht des Hasses und der vom Hass geschürten Gewalt leiden. ...

Im letzten müssen wir bei dem demütigen, aber eindringlichen Schrei zu Gott bleiben: Wach auf! Vergiss dein Geschöpf Mensch nicht! ... Wir stoßen diesen Ruf an Gott, diesen Ruf in unser eigenes Herz hinein, gerade auch in dieser unserer gegenwärtigen Stunde aus, in der neue Verhängnisse drohen, in der neu alle dunklen Mächte aus dem Herzen des Menschen aufzusteigen scheinen ? auf der einen Seite der Missbrauch Gottes zur Rechtfertigung blinder Gewalt gegen Unschuldige, auf der anderen Seite der Zynismus, der Gott nicht kennt und den Glauben an ihn verhöhnt.

Wir rufen zu Gott, dass er die Menschen zur Einsicht bringe, damit sie erkennen, dass Gewalt keinen Frieden stiftet, sondern nur wieder Gewalt hervorruft ? eine Spirale der Zerstörungen, in der alle am Ende nur Verlierer sein können. ...

Die Machthaber des Dritten Reiches wollten das jüdische Volk als ganzes zertreten, es von der Landkarte der Menschheit tilgen; ... Im tiefsten wollten jene Gewalttäter mit dem Austilgen dieses Volkes den Gott töten, der Abraham berufen, der am Sinai gesprochen und dort die bleibend gültigen Maße des Menschseins aufgerichtet hat. Wenn dieses Volk einfach durch sein Dasein Zeugnis von dem Gott ist, der zum Menschen gesprochen hat und ihn in Verantwortung nimmt, so sollte dieser Gott endlich tot sein und die Herrschaft nur noch dem Menschen gehören ? ihnen selber, die sich für die Starken hielten, die es verstanden hatten, die Welt an sich zu reißen. Mit dem Zerstören Israels sollte im letzten auch die Wurzel ausgerissen werden, auf der der christliche Glaube beruht und endgültig durch den neuen, selbst gemachten Glauben an die Herrschaft des Menschen, des Starken, ersetzt werden.?

Hiobfrage und Zimzum

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Zur Frage "Warum konnte Gott das geschehen lassen?" ist es hilfreich wieder einmal nachzulesen, was Hans Jonas in seinem Vortrag "Der Gottesbegriff nach Auschwitz" zur Hiobfrage gesagt hat. Hier das Ende seines Vortrages.

Freitag, 26.05.2006

Schlagzeilenschieflage

 

Der Spiegel titelt einen Bericht vom Beginn der Reise des Papstes mit der Schlagzeile:

 ? Stolz, kein Deutscher zu sein.?

 

Aber aufgrund welcher Aussage kam diese zustande?  Auf die Frage eines Journalisten der Vatikanpresse ?Und wie ist es, Heiliger Vater, als Deutscher nach Auschwitz zu fahren? sagte der Papst: 

"Ich bin vor allem Katholik", und lehnt es ab, auf sein Geburtsland angesprochen zu werden. "Nationalitäten werden da relativiert", fährt er fort. "Sagen wir, dass wir alle in der großen Gemeinschaft der Katholiken stehen."

Wie kann man nur aufgrund dieser Aussage zu dieser Schlagzeile kommen? Eigentlich ist es eine Unverschämtheit!

Donnerstag, 25.05.2006

WEGMARKEN

  

 

REISE VON BENEDIKT XVI. NACH POLEN

Warschau

Donnerstag,25. Mai

11.00

Ankunft auf dem Internationalen Flughafen Okęcie (Warschau). Begrüßungszeremonie

Ansprache des Hl. Vaters

12.30

Treffen mit dem Klerus in der Johanneskathedrale von Warschau

Ansprache des Hl. Vaters

19.00

Ökumenisches Treffen in der Lutherischen Kirche der Hl. Dreieinigkeit in Warschau

Grußworte des Hl. Vaters

Freitag, 26. Mai

9.30

Hl. Messe auf dem Piłsudski-Platz

Predigt des Hl. Vaters

 

Tschenstochau

 

17.30

Besuch des Heiligtums von Jasna Góra

 

 

Treffen mit den Ordensleuten, Seminaristen und Vertretern der Bewegungen geweihten Lebens im Heiligtum von Jasna Góra

Ansprache des Hl. Vaters

 

Krakau

Samstag, 27. Mai

7.30

Privatmesse in der Kapelle des Erzbischöflichen Palastes

 

 

Wadowice

 

 10.30

Besuch der Basilika der Unbefleckten Empfängnis in Wadowice

 

 

Besichtigung des Geburtshauses von Papst Johannes Paul II. in Wadowice

 

 

Treffen mit der Bevölkerung auf dem Rynek-Platz in Wadowice

Ansprache des Hl. Vaters

 

Kalwaria Zebrzydowska

12.00

Besuch des Heiligtums der Madonna von Kalwaria in Kalwaria Zebrzydowska

 

 

Krakau

 13.00

Besuch des Heiligtums der Göttlichen Barmherzigkeit von Krakau/Łagiewniki

 

18.00

Besuch der Wawel-Kathedrale

 

18.45

Ankunft im Błonie-Park

 

 

Treffen mit dem Jugendlichen im Błonie-Park

 

 

Sonntag, 28. Mai

 

9.45

Hl. Messe im Błonie-Park

Predigt des Hl. Vaters

 

Regina Cæli im Błonie-Park

Grußworte des Hl. Vaters

 17.00

Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz

 

 

Besuch des Dialog- und Gebetszentrums in Auschwitz

 

17.30

Gebet zum Gedenken an die Opfer des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau

Gebet und Ansprache des Hl. Vaters

 20.00

Abschiedszeremonie auf dem Flughafen Balice (Krakau)

Ansprache des Hl. Vaters

Freitag, 12.05.2006

MAß

Hinweis auf eine Sendung des Bayerischen Rundfunks

"Zuviel des Guten"

Von der Maßlosigkeit unserer Welt


Die Regel des Benedikt von Nursia empfiehlt unter anderem, das rechte Maß zu finden.

Über 1500 Jahre ist die Weisheit alt und aktueller denn je.


Obwohl es nicht nur Reiche, sondern auch Arme bei uns gibt, gilt die Aussage, dass wir in einer Überflussgesellschaft leben. Wir leiden unter zu vielen Möglichkeiten, wir leiden auch an zuviel des Guten.

Matthias Morgenroth schildert an Beispielen die Maßlosigkeit unserer Welt und sucht nach Auswegen.


Sonntag, 14. Mai, 8.00 Uhr, Bayern2Radio
http://www.br-online.de/land-und-leute/sendungen/katholischewelt/

Mittwoch, 10.05.2006

2 X ROM UND TEILHARD

 

I.                   KARD. JOSEPH RATZINGER

bezog sich auf dem SYMPOSIUM: JOHANNES PAUL II.  ? 25 Jahre Pontifikat?

am 9.Mai 2003 ausdrücklich auf

Teilhard de Chardin, Romano Guardini und Josef Pieper

Er interpretierte die Enzykliken Johannes Pauls und führte aus:

? Anthropozentrik ist beim Papst zugleich Christozentrik und umgekehrt. Gegenüber der Meinung, was der Mensch sei, könne nur aus den primitiven Fo des Menschseins sozusagen von unten erklärt werden, ist der Papst der Überzeugung, dass das, was der Mensch ist, nur vom vollkommenen Menschen her erfasst werden kann und dass von dort her der Weg des Menschseins zu erkennen ist. Er hätte sich dafür auf Teilhard de Chardin berufen können, der einmal so formuliert hat: ?Die wissenschaftliche Lösung des menschlichen Problems bietet keineswegs ausschließlich das ausschließliche Studium der Fossilien, sondern eine aufmerksame Betrachtung der Eigenschaften und Möglichkeiten des Menschen von heute, die den Menschen von morgen bestimmen werden.? ....

Die These Guardinis, dass den Menschen nur kennt, wer Gott kennt, findet in dieser Einschmelzung der Anthropologie in die Gottesfrage eine klare Bestätigung. ...?

Am Ende des Vortrag referiert er über das Verhältnis von Glaube und Vernunft und bezieht sich auf Josef Pieper:

?Josef Pieper hat einmal den Gedanken geäußert, dass in der ?letzten Epoche der Geschichte, unter der Herrschaft von Sophistik und korrupter Pseudophilosophie, die wahre Philosophie sich in die uranfängliche Einheit mit der Theologie zurückbegeben könnte?, dass also am Ende der Geschichte ?die Wurzel aller Dinge und die äußerste Bedeutung der Existenz ? das heißt doch: der spezifische Gegenstand des Philosophierens ? nur noch von denen in den Blick genommen und bedacht wird, welche glauben?. Nun, wir stehen ? so weit wir sehen können ? nicht am Ende der Geschichte. Aber wir stehen in der Versuchung, der Vernunft ihre wahre Größe zu verweigern. Und da sieht es der Papst mit Recht als Aufgabe des Glaubens an, die Vernunft neu zum Mut der Wahrheit zu ermutigen. Ohne Vernunft verfällt der Glaube; ohne Glaube droht die Vernunft zu verkümmern. Es geht um den Menschen. Aber damit der Mensch erlöst werde, brauchen wir den Erlöser ? brauchen wir Christus, den Menschen, der Mensch und Gott in einer einzigen Person ist ? ?unvermischt und ungetrennt.??

II.            KARD. WALTER KASPER

 

Auf dem THEOLOGISCHES SYMPOSIUM VOR DEM 48. INTERNATIONALEN EUCHARISTISCHEN KONGRESS

vom 10. bis 17. Oktober 2004 IN GUADALAJARA (MEXIKO)

bezog sich Walter Kasper ( PRÄSIDENT DES PÄPSTLICHEN RATES FÜR DIE EINHEIT DER CHRISTEN) 

ausführlich auf Teilhard de Chardin.

Hier ein Auszug:

Der Ruf um die Parusie und deren hoffnungsvolle Erwartung rückt die Eucharistie in eine universal- kosmische Dimension.

Brot und Wein sind Gaben der Schöpfung und Frucht der menschlichen Arbeit; indem sie in das eucharistische Geschehen eingehen, ereignet sich an ihnen in gewissem Sinn schon jetzt die eschatologische Verwandlung aller Wirklichkeit.

Deshalb spielen in der eucharistischen Liturgie Lichter, Gewänder, Musik und alles, was menschliche Kunst aufzubieten hat, eine wichtige Rolle.

Dies alles ist keine äußerliche Prunksucht und kein billiger Triumphalismus; damit soll vielmehr zum Ausdruck gebracht werden, daß in der Feier der Eucharistie die himmlische Welt in unsere Welt hereinragt und gegenwärtig ist. 

. . .

In der ostkirchlichen Liturgie und Theologie ist dieser Aspekt besonders lebendig.(1)

Im Westen ist er dagegen in dieser Hinsicht nachkonziliar leider puristisch und kulturell anspruchslos geworden.

Wir haben vergessen, daß Kult und Kultur zusammengehören und daß die Eucharistie den eschatologischen Lobgesang aller Wirklichkeit vorwegnimmt.

Weil die Eucharistie Vergegenwärtigung der »missa coelestis« ist, ist sie auch »missa mundi«, sie ist Vorwegnahme der himmlischen Verherrlichung Gottes und der eschatologischen Vollendung der Welt. In ihr ist die Welt im Lob des Schöpfers wieder eins und d.h. heil geworden. Diese universal-kosmische Dimension der Eucharistie und der Liturgie insgesamt gilt es heute wieder neu zu entdecken.(2)

In moderner Gestalt finden sich solche Gedanken bei P. Teilhard de Chardin vor allem in Die Messe über die Welt, eine Schrift, welche er 1923 während eines Forschungsaufenthaltes in der chinesischen Ordos-Wüste schrieb.(3)

In einer kirchlichen Situation, da ein einseitig individualistisches Verständnis die viel umfassendere Lehre der Tradition verhüllte, entdeckte er neu die kosmische Dimension und Ausstrahlung der Eucharistie.

Dabei verwechselte er die Transsubstantiation im eigentlichen Sinn des Wortes nicht mit der universalen Gegenwart des Logos; aber die Eucharistie gibt sozusagen die Richtung der kosmischen Bewegung an und nimmt sie voraus: die Vergöttlichung der Welt.

Diese universal-kosmische Dimension gilt es gegenüber individualistischen Verkürzungen wie gegenüber der neuerlichen Reduktion der Eucharistie auf eine verengte Gemeindeperspektive wieder zurückzugewinnen.?

 (1) Nach Y. Spiteris, Ecclesiologia ortodossa, Bologna 2003 finden sich in der gegenwärtigen orthodoxen Ekklesiologie zwei Tendenzen; die eine, welche die Kirche und die Liturgie unter protologischem Gesichtspunkt als Ikone der praeexistenten himmlischen Kirche sieht (I. Karmiris), und die andere, welche sie als irdische Ikone der eschatologischen himmlischen Kirche betrachtet (J. Zizioulas). Beide Tendenzen bringen in unterschiedlicher Weise die universal kosmische Dimension zur Geltung.

(2) J. Ratzinger, Der Geist der Liturgie, Freiburg i. Br. 2000, 20?29.

(3) P. Teilhard de Chardin, Lobgesang des Alls, Olten-Freiburg i. Br. 1961, 13?42.



Donnerstag, 04.05.2006

SONNTAGSLÜGE

Sonntag, 23.04.2006

KULTURGESTALTEN

"Einem statischen Begriff von Kultur, der festen Kulturgestalten voraussetzt, die letzlich konstant bleiben und nur nebeneinander stehen, nicht ineinander übergehen können, hat der Papst (Johannes Paul II. - in der Enzyklika 'Fides et Ratio') ein dynamisches und kommunikatives Verständnis der Kultur entgegengestellt. Er unterstreicht, daß die Kulturen, wenn sie 'tief im Humanen verwurzelt sind ..., das Zeugnis der typischen Öffung des Menschen für das Universale und für die Transzendenz in sich' tragen. Deswegen sind Kulturen als Ausdruck des einen Wesens Mensch gezeichnet von der Dynamik des Menschen, die alle Grenzen überschreitet. Deshalb sind Kulturen nicht ein für alle Mal auf eine Gestalt fixiert; zu ihnen gehört die Fähigkeit zum Voranschreiten und zur Umformung, freilich auch die Gefahr des Verfalls. Sie sind auf Begegnung und gegenseitige Befruchtung hin angelegt."

Joseph Kardinal Ratzinger

in  "Glaube - Wahrheit - Toleranz" (S. 157 f.)